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Übersicht über weitere Inkontinenzformen

Supraspinale und spinale Reflexinkontinenz

Bei dieser Form der Inkontinenz ist die Steuerung der Blasenfunktion über die Nervenbahnen unterbrochen. Ursache kann z.B. eine Querschnittslähmung sein. Man verliert das Gefühl dafür, wann die Blase voll ist und verspürt keinen Harndrang. Die Folge ist ein unwillkürlicher Abgang von Urin in unterschiedlich großen Zeitabständen.

Die supraspinale Reflexinkontinenz

Sie beruht auf einer Leistungsstörung des Gehirns. Therapeutisch ist die regelmäßige Entleerung der Blase durch intermittierenden Selbstkatheterismus zu empfehlen sowie ein gezieltes Toilettentraining, gegebenenfalls mit einer anticholinergen Begleittherapie. Anticholinerga sind hochwirksame Medikamente, die zur Behandlung einer instabilen Blasenmuskulatur bei Inkontinenz angewendet werden können. Die starke Aktivität der Blasenmuskulatur wird gesenkt und das Fassungsvermögen der Blase erhöht.

Die spinale Reflexinkontinenz

Bei der spinalen Detrusor-Hyperaktivität liegt eine Schädigung des Rückenmarks vor. Ursachen können Erkrankungen oder Verletzungen sein. Mat hat keine Kontrolle über die Blasen- und Schließmuskelfunktion. Die Therapie ist abhängig davon, inwieweit das geschädigte Nervensystem wieder hergestellt werden kann. Die regelmäßige Entleerung der Blase mittels eines Katheters, z.B. durch intermittierenden Selbstkatheterismus, macht den Tagesablauf besser planbar.


Extraurethrale Inkontinenz

Im Normalfall fließt der Urin durch die Harnröhre (Urethra) ab. Angeborene oder erworbene Fehlmündungen des Harnleiters oder Fehlanlagen der Harnröhre können dazu führen, dass Urin durch fehlgebildete Gänge abfließt. Durch diese Fistelbildung kommt es zu einem kontinuierlichen Urinverlust über die Scheide, den Darm oder über die Hautoberfläche. Liegt eine Blasen-Darm-Fistel vor, können sich beim Wasserlassen Luftblasen im Urin bilden.

Eine operative Beseitigung der Fistelbildungen stellt den natürlichen Ausscheidungsweg wieder her.


Nächtliches Wasserlassen bei Kindern (Enuresis)

Ein fünfjähriges Kind ist normalerweise psychisch und physiologisch in der Lage, seine Blase willkürlich zu kontrollieren. Unter Enuresis versteht man das Einnässen im Schlaf nach Vollendung des 5. Lebensjahres. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert sie als behandlungsbedürftige Erkrankung im Kindesalter, wenn folgende Kriterien auftreten:

  • das Kind ist mindestens fünf Jahre alt
  • Einnässen zweimal monatlich in der Nacht (Intermittierende nächtliche Inkontinenz)
  • keine organischen Grunderkrankungen
  • keine medizinischen Ursachen

Die Ursache für Enuresis ist häufig eine genetisch bedingte Reifungsstörung des zentralen Nervensystems, dadurch kann die hormonelle Regulation des Wasserhaushaltes im Körper fehlgesteuert sein.

Tritt ein Einnässen nach einer längeren trockenen Phase (mindestens sechs Monate) auf, spricht man von einer sekundären Enuresis. Häufig liegen hier psychische Ursachen oder urologische Erkrankungen zu Grunde.

Es stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Der behandelnde Arzt sollte nach einer eingehenden Diagnosestellung individuell entsprechend dem Alter des Kindes, der Symptomatik und ggf. bekannter Ursachen mit den Eltern und dem betroffenen Kind eine Therapie erarbeiten.


Nächtliches Wasserlassen beim Erwachsenen (Nykturie)

Der nächtliche Harndrang ist in der Regel abhängig von der Trinkmenge vor dem Schlafengehen. Menschen, die bei normalem Trinkverhalten mehr als zweimal pro Nacht Wasser lassen müssen, leiden unter einer Nykturie. Zumeist sind ältere Menschen davon betroffen.

Ursachen für eine Nykturie können z.B. Herzerkrankungen, Diabetes mellitus, verminderte Harnblasenkapazität, Tumore, etc. sein. Die Behandlung der Nykturie ist abhängig von der Ursache.

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