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Spina bifida -
Informationen rund um die Fehlbildung der Wirbelsäule

Die Spina bifida ist eine angeborene Fehlbildung des Rückenmarks. Während der Entwicklung des Embryos im Mutterleib werden bereits in den ersten Tagen die Anlagen für das Rückenmark und das Gehirn, das sogenannte Neuralrohr gebildet. Es ist dann noch sehr ungeschützt. Erst später umschließen die Bögen der Wirbelsäule das Rückenmark. Wenn die Bögen der Wirbelsäule das Rückenmark nur unvollständig oder gar nicht umschließen, entsteht ein offener Rücken.

Die Ausprägung der Beschwerden ist abhängig davon, wie schwer das Rückenmark geschädigt ist. Sie reichen von geringen Beeinträchtigungen der Gehfähigkeit bis hin zu Querschnittslähmungen mit gestörter Blasen- und Darmfunktion. Noch erhaltene Nervenbahnen können die Versorgung einzelner Muskelgruppen aufrechterhalten und häufig sogar eine Teilfunktion gewährleisten.

Kinder lernen im Alter zwischen zwei und drei Jahren bewusst, ihre Blase zu kontrollieren. Sie lernen den Miktionsreflex (Blasenentleerungsreflex) zu hemmen und diesen auch bewusst auszulösen.

Bei Kindern mit einer Spina bifida liegt bedingt durch die Nervenschädigung fast immer eine Inkontinenz vor. Je nach Höhe und Schwere der Schädigung können alle Funktionen der Harnblase mehr oder weniger gestört sein. Lähmungen der Harnblase führen entweder zu einem dauernden Harnträufeln bei Schlaffheit des Schließmuskels oder machen eine vollständige Blasenentleerung unmöglich. Der Blasenmuskel kann dabei völlig schlaff oder spastisch verkrampft sein. Die meisten Kinder mit Spina bifida haben durch die lumbale Lähmung eine schlaffe Blase. Die Blasenstörung kann zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen.

Ziel der Behandlung einer Spina bifida ist es zunächst, die Nierenfunktion des Kindes zu erhalten. In zweiter Linie wird versucht, die Harninkontinenz zu verbessern. In den meisten Fällen lässt sich eine völlig normale Funktion der Blase, die auch Kontinenz bedeuten würde, nicht erreichen. Eine regelmäßige Harnableitung mittels eines Katheters kann die Gefahr einer Nierenschädigung abwenden.

Beim Kleinkind spielt die Kontinenz noch keine so wichtige Rolle. Doch je älter ein Kind wird und mit Beginn der sozialen Integration als Schulkind oder Jugendlicher, gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung. Bereits im Alter von vier bis fünf Jahren kann bei Kindern mit Unterstützung durch die Eltern mit dem intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK) begonnen werden. Die kontrollierte Blasenentleerung mittels eines Katheters führt zu einer weitgehenden Kontinenz (ggf. mit Unterstützung spasmolytischer Medikamente). Das Maß an Lebensqualität wächst, die Betroffenen sind stolz auf das Erlangen von Selbstständigkeit und der Steigerung des Selbstwertgefühls.


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