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Restharn -
Nährboden für die Ansiedlung von Keimen

Durch die Harnleiter gelangt der Urin in die Blase. Die Harnblase ist ein Hohlorgan mit einer Muskelwand (Detrusor) und erfüllt zwei wichtige Funktionen. Sie speichert den Urin so lange, bis der Befehl zur Entleerung kommt. Außerdem sorgt die Blase für die Entleerung des Urins.

Aus diesen beiden Funktionen erklären sich mögliche Störungen der Blasentätigkeit:

  • gestörte Speichertätigkeit: man verspürt ständigen Harndrang
  • Störung der Entleerungsfähigkeit: der Urinfluss kann nicht willentlich eingeleitet werden

Die Harnröhre wird von zwei ringförmigen Muskeln, den Schließmuskeln (Sphinkter) umschlossen. Bei der Blasenentleerung kommt es zum Zusammenspiel der beiden Schließmuskeln und des Blasenmuskels. Der innere und äußere Schließmuskel öffnen sich. Kurz darauf zieht sich der Blasenmuskel zusammen. Dieser Mechanismus sorgt in einem gesunden Harntrakt dafür, dass sich die Harnblase unter geringem Druckaufwand komplett entleert und kein Restharn in der Blase verbleibt.

Damit der Harntrakt optimal funktioniert ist neben dem Zusammenspiel aus Schließmuskeln und Blasenmuskel auch ein intaktes Nervensystem notwendig. Über die Nervenstränge und -impulse wird das Zusammenspiel der Muskeln koordiniert.


Wenn sich die Blase nicht vollständig entleert

Unter Restharn versteht man diejenige Harnmenge, die nach spontaner Blasenentleerung in der Harnblase zurückbleibt. Man spürt zunächst keine Änderungen beim Wasserlassen. Ein erstes Anzeichen kann ein ständiges Völlegefühl der Blase mit fortwährendem Harndrang sein.

Die Restharnbildung ist häufig eine Folge von Blasenentleerungsstörungen. Besonders, wenn eine schlaffe Blase vorliegt, ist sie eine typische Begleiterscheinung. Auch wenn der in der Harnblase zurückgebliebene Urin nicht spürbar ist, sollte hier unbedingt eine Behandlung erfolgen, um ein erhöhtes Infektionsrisiko und Langzeitschäden zu verhindern.

Die Menge des in der Blase verbliebenen Urins kann durch Katheterisieren der Blase oder durch eine Urographie mit Spätaufnahmen der Blase nach der Entleerung (Miktion) bestimmt werden. Als krankhafte Werte gelten bei Erwachsenen 100 ml Restharn, bei Kindern ist ein Restharn über 10 Prozent der Harnblasenkapazität pathologisch.

Verbleibt der Urin in der Blase, können sich Krankheitskeime ansiedeln. Das Risiko von Harnwegsinfektionen und Blasensteinen ist deutlich erhöht. Das Wasserlassen ist durch die Infektion für den Betroffenen sehr schmerzhaft. Fieber und Schüttelfrost können zusätzlich auftreten.

Wird der Urinstau in der Harnblase nicht behandelt, setzt er sich nach oben in beide Nieren fort. Die Nieren können dauerhaft so geschädigt werden, dass es zum Nierenversagen kommen kann. Häufig tritt auch eine komplette Harnsperre auf, bei der Betroffene nicht mehr in der Lage sind, überhaupt Wasser zu lassen. Die Folge ist eine sehr schmerzhafte Ausdehnung der Blase.


Ursachen für Restharnbildung

Warum Restharn in der Harnblase verbleibt, kann viele Ursachen haben:

  • Erkrankungen der Harnröhre und des Penis (z. B. Harnröhrenstriktur, Phimose, Verletzungen der Harnröhre, Harnröhrenkarzinom)
  • Erkrankungen der Harnblase (z. B. Harnblasendivertikel, Blasenkrebs)
  • neurogene Ursachen (z. B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, Querschnittslämung, Bandscheibenvorfall, Spina bifida,
  • Beckenbodenfrakturen
  • Medikamente (z. B. Antidepressiva und Antihistaminika)

Weitere Ursachen sind bei Männern zum Beispiel Prostatavergrößerungen wie die benigne Prostatahyperplasie (BPH) und das Prostatakarzinom. Das Wachstum der Prostata führt zu einer Einengung der Harnröhre. Die Ausscheidung von Urin wird dadurch erschwert, der Harnstrahl ist abgeschwächt und unterbrochen. Im fortgeschrittenen Stadium bildet sich Restharn.

Bei Frauen kann es durch Gebärmuttersenkungen zu Blasenbeschwerden kommen. Durch die Senkung wird die Harnröhre komprimiert. Nach zunächst vermehrtem Wasserlassen fühlen Betroffene nach kurzer Zeit einen erneuten Drang zur Harnentleerung. Es können jedoch nur kleine Harnmengen entleert werden. Restharn verbleibt in der Blase.


Restharnmessung mit Katheter

Die transurethrale Katheterisierung der Harnblase nach der Entleerung (Miktion) ist eine invasive Methode, um den Restharn zu bestimmen.

Die Anlage eines suprapubischen Katheters ermöglicht die häufige Bestimmung von Restharn und ist bei längerfristigen Erkrankungen sinnvoll.

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