×
+49 (0) 40 / 713 007-0
UROMED Kurt Drews KG
Meessen 7 / 11
D-22113 Oststeinbek
Kontaktdaten speichern
Selbst katheterisieren mit »SIMPLYCATH®«

Was ist Parkinson?

Bei der Parkinson-Krankheit, die auch als „Schüttellähmung“ oder Morbus Parkinson bekannt ist, unterscheidet man zwischen dem idiopathischen Parkinson Syndrom (IPS), dem familiären, dem sekundären (symptomatischen) und dem atypischen Parkinson Syndrom. Am häufigsten tritt das idiopathische Parkinson-Syndrom auf. Idiopathisch bedeutet, dass der Krankheit keine greifbare Ursache zugrunde liegt.

Der Morbus Parkinson gehört neben dem Morbus Alzheimer zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen. Das Manifestationsalter liegt zwischen dem 50. und 79. Lebensjahr.

Ein erster wichtiger diagnostischer Hinweis ist oft der einseitig betonte Beginn mit dumpfen, ziehenden Schmerzen. Diese treten anfangs in den großen Gelenken und im Wirbelsäulenbereich auf.


Schädigung der Substantia nigra im Mittelhirn

Im Mittelhirn des Gehirns liegt ein Kerngebiet, die sogenannte Substantia nigra. Über dopaminerge Neurone werden von hier Signale vermittelt, die beispielsweise auf die Planung und den Beginn einer Bewegung wirken. Die Signale haben also eine Starterfunktion für Bewegungen. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff im System.

Die Ursache des Nervenzelluntergangs in der schwarzen Substanz ist noch immer unbekannt. Die Parkinson-Krankheit wird als ein komplexes Krankheitsbild beschrieben, bei dem eine bestimmte Veranlagung im Zusammenspiel mit Umweltfaktoren den Krankheitsprozess in Gang bringt.

Beim Morbus Parkinson kommt es zu einem Untergang der dopaminergen Neurone. Im Anfangsstadium kann der Verlust noch kompensiert werden. Es treten aber bereits unspezifische Symptome wie zum Beispiel Verstopfung, Inkontinenz, Schluckstörungen, Harndrang, Schwitzen, Gewichtsverlust, Halluzinationen, Depressionen, Demenz, Angst, Panikattacken, Schlafstörungen und sensible Störungen wie Überempfindlichkeit der Haut auf.

Treten mindestens zwei dieser Frühsymptome auf, ist eine Untersuchung auf Morbus Parkinson sinnvoll.

Sind 70-80 Prozent der Neurone zerstört, finden sich schwerwiegende, die Lebensqualität stark einschränkende Beeinträchtigungen:

  • hochgradige Bewegungsarmut bis Bewegungslosigkeit (Akinese)
  • Muskelstarre (Rigor)
  • Ruhetremor
  • Standunsicherheit

Weitere sich daraus aufbauende Symptome sind:

  • fehlendes Mitschwingen der Arme
  • Gangstörungen
  • verringerter Winkel zwischen Daumen und Zeigefinger
  • kleine krakelige Schrift
  • verringerte Gesichtsmimik
  • Verlangsamung von willkürlichen Bewegungen (Bradydiadochokinese), es können aber auch keine oder fehlerhafte willkürliche Bewegungen sein
  • leise und monotone Stimme (Hypophonie)

Blasenfunktionsstörungen beim Parkinson-Syndrom

Häufig finden sich beim Parkinsonsyndrom auch urogenitale Störungen. Die Ursachen der Blasenentleerungsstörungen sind komplex und noch nicht endgültig geklärt. Eine Rolle kann auch hier der Untergang der dopamin-produzierenden Substantia nigra spielen, da die Basalganglien die Blasenentleerung hemmen.

Blasenstörungen beim Parkinsonsyndrom können durch die Erkrankung selbst, durch die Gabe von Medikamenten zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung oder aber auch völlig unabhängig auftreten.

Die Blasenentleerungsstörung äußert sich vor allem durch einen zwingenden Harndrang, häufiges Entleeren kleiner Harnmengen und nächtlichem Wasserlassen. Etwa 1/3 aller Betroffenen sind in ihrem späteren Krankheitsverlauf von einer Harninkontinenz, am häufigsten von einer Dranginkontinenz betroffen.


« zurück zur Seite Erkrankungen von A-Z