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Selbst katheterisieren mit »SIMPLYCATH®«

Pouchanlagen (Ersatzblasen)
Hohes Maß an Lebensqualität

Die Harnblase kann durch Erkrankungen so geschädigt sein, dass sie operativ entfernt werden muss. Indikationen für eine Harnblasenentfernung sind z.B. Blasentumore oder chronische Entzündungen der Blase. Manchmal ist die Blase auch von Geburt her nicht angelegt.

In diesen Fällen wird eine künstliche Blase, der sogenannte Pouch oder auch Ersatzblase, angelegt, die die Funktion der eigenen Blase ersetzt. Sie wird aus Dünndarmgewebe gefertigt und mit dem Bauchnabel verbunden. Über diesen wird die Blase mit Hilfe eines Katheters entleert.

Seit Anfang der 90er Jahre gibt es im Wesentlichen zwei Verfahren, die Ihnen ein hohes Maß an Lebensqualität ohne Angst vor Inkontinenz ermöglichen:

  • Bauchnabelblase (Mainz Pouch 1)
  • Neoblase (Hautmannblase)

Neben der Bauchnabelblase gibt es das Conduit, die Ersatzblase mit Harnröhrenanschluss (orthotope Neoblase) und die Harnleiter-Darm-Implantation (Enddarmblase).


Die Bauchnabelblase (Mainz Pouch 1)

Die Bauchnabelblase wird zu einem Drittel aus Dickdarm- und zu zwei Dritteln aus Dünndarmgewebe gebildet. Der Urin kann nicht von selbst aus dem neuen Reservoir abfließen, er muss mehrmals täglich mithilfe eines Katheters abgeleitet werden.

Da die Ersatzblase aus Darmgewebe besteht, bildet das Gewebe Schleim. Dieser wird in der ersten Zeit regelmäßig mit einem Katheter aus der Blase gespült. Die Schleimbildung lässt aber mit der Zeit nach. Unterstützend wirkt dabei eine Erhöhung der Trinkmenge.

Um eine Überdehnung und ein Überlaufen des Pouches zu verhindern, sollte die Häufigkeit des Katheterisierens in Absprache mit dem behandelnden Arzt festgelegt werden. Die Pouchfüllung sollte höchstens bei 600 ml Urin liegen. Der Urinbeutel des »SIMPLYCATH®« Katheter-Systems erleichtert die Mengenkontrolle.

Komplikationen:

  • Harnstauung in die Nieren möglich
  • Inkontinenz oder Urinträufeln
  • Inkontinenz durch zu weiten Ventilmechanismus
  • Verengung des Ventilmechanismus durch Narbenbildung (Schmerzen beim Katheterisieren, häufig unvollständige Entleerung der Blase)
  • Eine stärkere Flüssigkeitsrückresorption bzw. nicht regelmäßige Entleerung des Pouch kann zu Störungen des Säure-Basen-Haushaltes führen. Es kommt zu einer Übersäuerung des Körpers, die sich zum Beispiel in Abgeschlagenheit und Müdigkeit äußert. Die Übersäuerung wird in der Regel medikamentös behandelt

Die Neoblase

Die Neoblase ist eine aus Dünndarmanteilen gefertigte Ersatzblase, die auf natürlichem Wege über die noch vorhandene Harnröhre entleert wird. Wie bei der Bauchnabelblase kommt es auch bei der Neoblase zur Schleimbildung.

Im Gegensatz zur ursprünglichen „natürlichen“ Blase verspüren Sie mit der Neoblase keinen Harndrang mehr. Sie merken nicht, wann die Blase aus Darmgewebe voll ist. Deshalb müssen Sie die Blase nach einem festen Zeitschema entleeren. Viele Patienten entwickeln mit der Zeit ein dumpfes Füllungsgefühl. Die regelmäßige Entleerung der Blase, auch nachts, verhindert eine Überdehnung und Inkontinenz.