Ursachen

Eine Harnblase kann nur dann Urin ungestört speichern und sich entleeren, wenn die Funktion zentraler und peripherer Nervenstrukturen intakt ist. Krankhafte Veränderungen im Nervensystem, d,h. im Gehirn und Rückenmark, gehen oft mit einer gestörten Blasenfunktion einher. Nebenwirkungen von Pharmaka oder Alkoholmissbrauch können ebenfalls zu einer gestörten Blasenfunktion führen.


Blasenfunktionsstörungen im Allgemeinen

Bei Blasenfunktionsstörungen unterscheidet man in Störungen der Harnentleerung (Blasenentleerungsstörungen) und Störungen der Speicherfunktion (Harninkontinenz). Blasenfunktionsstörungen wie beispielsweise Dranginkontinenz oder eine überaktive Blase bedeuten für die Betroffenen häufig starke Einschränkungen in der Lebensqualität und hohen Leidensdruck.

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Definition Harninkontinenz

Urinverlust (Harninkontinenz) deutet auf eine gestörte Harnspeicherung (Reservoirstörung) hin. Die Harnkontinenz wird in vier Schweregrade eingeteilt. Außerdem unterscheidet man auf Grund der Ursache verschiedene Störungsformen.

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Belastungsinkontinenz

Die Belastungsinkontinenz ist gekennzeichnet durch unwillkürlichen, unkontrollierten Urinabgang bei alltäglichen körperlichen Belastungen wie Husten, Pressen, Niesen. Urinverlust beim Gehen, Bewegen und Aufstehen sowie Urinverlust bereits im Liegen kennzeichnen höhere Schweregrade.

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Drang- (Urge-) inkontinenz (Syndrom der überaktiven Blase)

Die Dranginkontinenz ist die häufigste Inkontinenzform bei älteren Menschen. Sie äußert sich mit unwiderstehlichem Harndrang mit unwillkürlichem Urinverlust. Der Patient spürt den Harndrang, schafft es jedoch meist nicht mehr rechtzeitig zur Toilette.

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Überlaufinkontinenz

Kontinuierlicher, tröpfchenweiser Urinverlust deutet auf eine Überlaufinkontinenz hin. Dabei übersteigt der Druck in der Harnblase den Druck des Blasenschließmuskels.

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Supraspinale und spinale Reflexinkontinenz

Die Steuerung der Blasenfunktion über die Nervenbahnen ist unterbrochen. Betroffene Patienten verlieren das Gefühl dafür, wann die Blase voll ist und verspüren keinen Harndrang. Es kommt dadurch zu einem unwillkürlichen Abgang von Harn in unterschiedlich großen Zeitabständen.

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Extraurethrale Inkontinenz

Angeborene oder erworbene Fehlmündungen des Harnleiters oder Fehlanlagen der Harnröhre können dazu führen, dass Urin durch fehlgebildete Gänge abfließt.

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Enuresis (nächtliches Wasserlassen bei Kindern)

Unter Enuresis versteht man das Einnässen im Schlaf nach Vollendung des 5. Lebensjahres. Ursache für Enuresis ist häufig eine genetisch bedingte Reifungsstörung des zentralen Nervensystems, dadurch kann die hormonelle Regulation des Wasserhaushaltes im Körper fehlgesteuert sein.

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Nykturie (nächtliches Wasserlassen beim Erwachsenen)

Menschen, die bei normalem Trinkverhalten mehr als zweimal pro Nacht Wasser lassen müssen, leiden unter einer Nykturie. Zumeist sind ältere Menschen davon betroffen.

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Neurogene Blasenfunktionsstörungen

Neurogene Blasenstörungen liegen vor, wenn die Ursache der Fehlfunktion auf einer Schädigung des Nervensystems beruht. Meistens führt dabei die Unterbrechung motorischer und sensorischer Nervenbahnen im Rückenmark zu einer gestörten Speicher- und Entleerungsfunktion der Harnblase. Der Patient hat kein normales Harndranggefühl mehr und kann seine Blasenentleerung nicht mehr willkürlich steuern. Um Infektionen und andere Komplikationen zu vermeiden, muss die Blase mit einem Katheter entleert werden.

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Blasenfunktionsstörungen durch Traumata

Die Blase und die proximale Harnröhre liegen gut geschützt im kleinen Becken. Verletzungen können zu Blutungen aus der Harnröhre und einem überfallartigen, plötzlich auftretenden, zwingenden Drang, Urin lassen zu müssen, führen.

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Blasenentleerungsstörung und Harnverhalt

Die Harnblase besitzt normalerweise ein Fassungsvermögen von etwa 300 bis 400 ml. Der gesunde Erwachsene scheidet innerhalb von 24 Stunden etwa 1500 ml Harn aus. Dabei kommt es im Verlauf des Tages zu etwa vier bis fünf Blasenentleerungen.

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Restharnbildung bei Blasenentleerungsstörungen

Die Restharnbildung ist häufig eine Folge von Blasenentleerungsstörungen. Verbleibt der Urin in der Blase, können sich Krankheitskeime ansiedeln. Wird der Urinstau in der Harnblase nicht behandelt, setzt er sich nach oben in beide Nieren fort.

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Harnröhrenverengungen (-strikturen)

Die Folgen von Harnröhrenverengungen sind ein deutlich abgeschwächter Harnstrahl und ein erschwertes Wasserlassen, das in der Folge zur Restharnbildung in der Harnblase führen kann.

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