Katheterismus

Katheter sind Schläuche oder Röhrchen, die in Hohlorgane wie Harnblase, Niere, Magen und Darm eingeführt werden können. Mit Hilfe eines Katheters kann man sondieren (z.B. am Herzen), etwas entleeren (z.B. die Harnblase), füllen und spülen. Ist die Diagnose gefallen, dass ein Blasenkatheter von Nöten ist, z. B. bei Blasenentleerungsstörungen, müssen hinsichtlich Art, Größe, Material und Spitze des Katheters und die Form der Katheterisierung (Dauerkatheter, Einmalkatheter, transurethral, suprapubisch, Intermittierender Selbstkatheterismus) Entscheidungen getroffen werden. Hierzu finden Sie ausführliche Informationen in der Rubrik Katheterismus.

Es gibt vielfältige Ursachen, die einen Katheter bedingen können. Harninkontinenz, Harnverhalt, Harnröhrenverengungen, Traumata, neurologische Erkrankungen, Prostatakarzinome und vieles mehr.

Eine Harnblase kann nur dann Urin ungestört speichern und sich entleeren, wenn die Funktion zentraler und peripherer Nervenstrukturen intakt ist. Krankhafte Veränderungen im Nervensystem, im Gehirn und Rückenmark, gehen oft mit einer gestörten Blasenfunktion einher. Welche Krankheitsbilder den Einsatz eines Katheters bedingen können, lesen Sie in der Rubrik Erkrankungen A-Z.

Der heutige Entwicklungsstand moderner Hilfsmittel bietet Menschen, die mit einem Katheter dauerhaft leben müssen, die Möglichkeit, ein fast normales Leben zu führen. Betroffene, die auf Grund ihrer Erkrankung nicht auf einen Dauerkatheter angewiesen sind, können transurethrale Einmalkatheter verwenden. Der Selbstkatheterismus macht sie frei und unabhängig. In der Rubrik Tipps finden Sie wichtige Informationen zum Gebrauch des ISK, zur Hygiene und Hautpflege, zur Ernährung und möglichen Komplikationen.

Harnblasen können so geschädigt sein, dass sie operativ entfernt werden müssen. Eine künstliche Blase, ein sogenannter Pouch, ersetzt dann die Funktion der eigenen Blase. In der Rubrik Ersatzblasen stellen wir Ihnen die Bauchnabelblase (Mainz Pouch 1) und die Neoblase (Hautmannblase) vor.

Die Kosten für Produkte des Intermittierenden Selbstkatheterismus werden von den Kassen ohne Aufzahlung übernommen. Eine gesetzliche Zuzahlung ist allerdings erforderlich. Die Rubrik Kosten informiert über Zuzahlung und Rezeptierung. 

Im kleinen Wörterbuch in der Rubrik Definitionen sind viele Begriffe aus dem Bereich des Katheterismus kurz erläutert.


Diagnose Katheter

Die Entscheidung für die Notwendigkeit eines Katheters wird immer vom behandelnden Arzt getroffen. Er informiert den betroffenen Patienten über die Art des Katheters und führt die Risikoaufklärung durch.

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Kathetermaterialien

Katheter werden heute hauptsächlich aus den Kunststoffen Latex, Silikon oder PVC (Polyvinylchlorid) hergestellt.

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Bauart des Katheters

Indikation und individuelle Gegebenheiten bestimmen die Wahl des geeigneten Katheters. Neben der Entscheidung für ein bestimmtes Material ist auch die Wahl der Katheterspitze von Bedeutung.

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Kathetergrößen

Die richtige Stärkenauswahl ist für den Katheterpatienten sehr wichtig. Katheter werden in unterschiedlichen Größen/Stärken und Längen angeboten und sind durch einen speziellen Farbcode oder durch den Aufdruck der Größe gekennzeichnet. Die Maßeinheit für die Katheterstärke ist Charrière.

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Formen des Katheterisierens

Je nach Erkrankung oder Situation entscheidet der Arzt, welche Form des Katheterisierens für den Patienten geeignet ist. Man unterscheidet beispielsweise Einmalkatheter und verschiedene Formen des Dauerkatheters. Daneben gibt es noch den intermittierenden Selbstkatheterismus und Ersatzblasen.

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Transurethraler Dauerkatheter

Der transurethrale Dauerkatheter ist ein Verweilkatheter. Er wird zum Beispiel bei Blasenentleerungsstörungen oder Harnableitungen bei Operationen eingesetzt.

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Suprapubischer Dauerkatheter

Der suprapubische Dauerkatheter wird durch die Bauchdecke des Patienten direkt in die Harnblase eingeführt und meist zur dauerhaften Harnableitung eingesetzt. Eine Indikation für diese Katheterform ist beispielsweise eine Verengung der Harnröhre.  

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Einmalkatheterismus (transurethral)

Einmalkatheter werden zur einmaligen Blasenentleerung bei Harnverhalt, zur Blasendruckmessung und zum Einführen von Medikamenten oder Kontrastmittel in die Harnblase eingesetzt.

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Intermittierender Selbstkatheterismus

Der intermittierende Selbstkatheterismus ist eine Katheterlösung, die zum Ziel hat, die Lebensqualität und die soziale Unabhängigkeit von Betroffenen, die auf einen Katheter angewiesen sind, zu erhalten. Die Handhabung ist einfach.

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Pouchanlagen (Ersatzblasen)

Ist die Harnblase durch Erkrankungen so geschädigt, dass sie operativ entfernt werden muss, wird eine künstliche Blase eingesetzt, sie die Funktion der eigenen Blase ersetzt. Ersatzblasen werden teilweise oder ganz aus körpereigenen Darmanteilen gebildet.

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