Ersatzblasen

Die Harnblase kann durch Erkrankungen so geschädigt sein, dass sie operativ entfernt werden muss. Indikationen für eine Harnblasenentfernung können z.B. Blasentumore oder auch chronische Entzündungen der Blase sein. Manchmal ist die Blase auch von Geburt her nicht angelegt. Eine künstliche Blase, die die Funktion der eigenen Blase ersetzen soll, ist die Folge. Seit Anfang der 90er Jahre gibt es im Wesentlichen zwei Verfahren, die dem Patienten ein hohes Maß an Lebensqualität ohne Angst vor Inkontinenz ermöglichen, die Bauchnabelblase (Mainz Pouch 1) und die Neoblase (Hautmannblase). Diese Ersatzblasen werden teilweise oder ganz aus körpereigenen Darmanteilen gebildet.

Für die Patienten sind Ersatzblasen von großem Vorteil. Sie bestimmen den Zeitpunkt der Blasenentleerung wie früher weitgehend selbst. Schwimmen und Sauna z.B. sowie intime Stunden sind meist ohne Einschränkung möglich. Betroffene erreichen somit wieder ein hohes Maß an Lebensqualität.


Bauchnabelblase (Mainz Pouch 1)

Die Bauchnabelblase wird zu einem Drittel aus Dick- und zu zwei Drittel aus Dünndarm gebildet. Der Urin kann nicht von selbst aus dem neuen Reservoir abfließen, er muss mehrmals täglich mit Hilfe eines Katheters abgeleitet werden.

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Neoblase (Hautmannblase)

Die Neoblase ist eine aus Dünndarmanteilen gefertigte Ersatzblase, die auf natürlichem Wege über die noch vorhandene Harnröhre entleert wird. Für die Betroffenen bedeutet dies, dass sie ihre Blase nach der Uhr entleeren müssen.

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